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Aufbau eines 2,4 L Typ 4 Motor - Seite 8

Bevor der Motor nun eingefahren wird, sollte die Kompression auf allen vier Zylinder gemessen werden, damit keine bösen Überraschungen auftreten. Die Theorie ist gut. Kontrolle aber besser. Hat man bei der Kompressionsbestimmung was falsch gemacht, kann man den Motor schneller schrotten als einen lieb ist. Der Kompressionsdruck wird am einfachsten gemessen, indem man ein geeignetes Manometer in das Zündkerzengewinde schraubt und bei abgezogenem + Kabel von der Zündspule den Anlasser mehrmals durchnudelt, bis der Druck nicht mehr steigt.

 
Die Kompressionsmessung ergab eine Verdichtung von 10:1. Die Berechnung stimmt zu 100% mit der Messung überein.

Wer nette Nachbarn hat, die der Lärm nicht stört, kann seinen Motor ohne Last in der Garage einfahren. Dazu wird der Motor auf eine Drehzahl von 2500 1/min gebracht und für 15 min gehalten. Dabei wird die Drehzahl von 2500 1/min auf 3000 1/min schwellend verändert. Und ja er wird laut und ja die Nerven liegen dabei blank. Einem gesunden Motor passiert dabei nichts, da er ohne Last läuft. Auf jeden Fall muss der Öldruck und die Dichtheit von Öl und Benzinleitung überprüft werden. Das macht man am besten zu zweit. Wer die Lärmbelästigung nicht in der Garage durchführen kann, fährt mit dem Wagen gleich los und lässt den Motor bei 2500 -3000 1/min Umdrehungen möglichst ohne Last 15 min laufen. Nach den 15 Minuten lässt man das Öl ab und lässt den Motor kalt werden. Danach werden die Ventile erneut eingestellt und Öl aufgefüllt. Nun kann der Leerlauf eingestellt und die Vergaser Synchronisiert werden.

Für die Leerlaufeinstellung muss der Motor auf Betriebstemperatur gefahren werden und anschließend das Gasgestänge ausgehängt werden. Danach können die Vergaser Synchronisiert werden. Man benötigt dazu Messuhren, die unter die Drosselklappe an die Vergaser angeschlossen werden. Ich benutze dafür einen Boehm Synchrontester mit vier Uhren. Die Bezugsquelle war www.scheuerlein.de. Neben der Gemisch Einstellschraube sitzt in den IDF-Vergasern eine kleine M4 Madenschraube. In dieses Gewinde können Anschlussröhrchen für die Messuhren geschraubt werden. Die M4 Anschlussröhrchen gibt es ebenfalls bei Scheuerlein zu kaufen. Die Anschlussröhrchen sollten mit Gewindedichtmittel eingesetzt werden, damit die Vergaser keine Nebenluft ziehen. Die Röhrchen werden nach der Messung mit einer Gummikappe verschlossen, die im Lieferumfang dabei sind. Die Messuhr sollte beim Testen über den Vergasern sitzen, damit die Messuhr nicht voll Benzin läuft. Ich binde sie dazu immer mit einem Kabelbinder an die Motorhaube. Mittels einem Y-Anschluss werden je zwei Uhren vorab an einem Vergaser angeschlossen um festzustellen ob die Uhren auch untereinander gleich anzeigen. Ist man sich sicher dass alle Uhren gleich anzeigen, schließt man an jedes Anschlussröhrchen eine Uhr an. Mann muss etwas mit der Dämpfung der Uhren spielen, bis man den Dreh raus hat. Jetzt vergleicht man bei laufendem Motor die Uhren untereinander. Wenn die beiden Uhren eines Vergasers unterschiedlich anzeigen, kann an der Luft-Bypass Schraube etwas nachreguliert werden. Nun können die beiden Uhren mit den anderen beiden Uhren des anderen Vergasers abgeglichen werden. Dazu wird die Leerlaufschraube verändert. Ein verdrehen der Leerlaufschraube verstellt die Drehzahl des Motors. Wenn schließlich alle Messuhren gleiche Werte anzeigen, muss man die Drehzahl im Auge behalten. Sie sollte so bei 800 - 1000 1/min liegen. Dreht man die Leerlaufschraube weiter rein, erhöht sich die Drehzahl des Motors. Die Drehzahl messe ich immer mit einem Multimeter mit induktiver Drehzahlmessung (Ebay 50€). Nachdem der Leerlauf erstmal synchron läuft, kann das Gemisch im Leerlauf eingestellt werden. Dazu dreht man die Gemisch-Einstellschraube an Zylinder 2 langsam in 1/4 Umdrehungsschritten rein bis die Drehzahl deutlich abfällt. Danach wird die Gemisch-Einstellschraube in 1/4 Umdrehungsschritten wieder heraus gedreht, bis die Drehzahl nicht weiter ansteigt plus einer zusätzlichen 1/2 Umdrehung. Dieses verfahren wird jetzt bei Zylinder 4 und anschließend bei Zylinder 1 und dann bei Zylinder 3 wiederholt. Nun ist die Drehzahl wahrscheinlich zu hoch. Diese wird dann wieder durch die Leerlaufschrauben auf 800- 900 1/min geändert. Wer ein CO-Tester zur Hand hat, vergleicht nun den CO-Gehalt, wahrscheinlich ist er etwas zu fett. Wenn der Tester z.B. 4%Vol. CO anzeigt, werden die Gemisch-Einstellschrauben alle gleichmäßig reingedreht, bis das Testgerät 3-3,5%Vol. anzeigt. Steht dieses nicht zur Verfügung, wird die Prozedur wieder bei Zylinder 2 beginnend durchgeführt, bis sich der Leerlauf nicht weiter verbessert. Nun wird das Gasgestänge eingehängt. Die Synchronität darf sich dabei nicht verändern. Nun wird noch die Synchronität des Gasgestänges bei einer Drehzahl von ca. 3000 1/min getestet. Dazu wird am Gaszug gezogen (nicht an der Verstellmechanik, da sich dadurch was verziehen kann) und die Synchronität abgelesen. Sind die beiden Seiten untereinander nicht gleich, müssen die Längen der einzelnen Arme verändert werden, bis alles synchron läuft. Nun werden bei ausgeschaltetem Motor alle Messgeräte entfernt und die Gummikappen wieder auf die Anschlussröhrchen gestülpt. So sollte der Motor ca. 1000 km bis max. 3500 1/min gefahren werden und anschließend auf dem Prüfstand eingedüst werden. Bevor der Motor nun aber auf dem Prüfstand kommt, bekommt er noch einen Klaus Ansauggeräuschdämpfer und eine Transistorzündanlage.

 
Einstellschrauben am IDF-Weber Vergaser Boehm Messuhren
Neue Alu Klaus Ventildeckel für mehr Geräuschdämmung Mini Ölsumpf für schnelle Kurvenfahrten
Mein neuer Motor im Käfer Und etwas im Profil
Anlassen und kurzer Leerlauf kurzes Gasgeben im Stand

 

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