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Aufbau eines 2,4 L Typ 4 Motor - Seite 7

Damit die Verteilerklemme an einer zugänglichen Stelle sitzt, habe ich an dem Motorgehäuse eine kleine Ecke entfernt. So kann die originale Verteilerklemme umgedreht werden. Damit sich die Verteilerklemme und das Spannband vom Lüfter nicht in die Quere kommen, muss die Verteilerklemme gekürzt werden und bekommt in dem Motorgehäuse eine neue Befestigung. So kann der Verteiler ohne großen Krampf verdreht und schnell wieder befestigt werden.

Verkürzte Verteilerklemme zugänglich montiert Ausfräsung für die Verteilerklemme am Motorgehäuse

Da die hier verwendete Lichtmaschine keinen integrierten Regler besitzt, kann entweder der teure Bosch Regler oder ein Heller (Artikel-Nr. 5DR 004 243-04) Regler für 25€ verwendet werden. Ich habe den Regler direkt an die Lichtmaschine geschraubt. Der Schaltplan zeigt die Belegung der Leitungen.

Lichtmaschine mit Regler Schaltplan Lichtmaschine mit externen Regler
Abdeckung des Spritzschutz für den Lüfterring Kabel müssen sauber verlegt werden
Der komplette Motor schräg von der Seite Der komplette Motor von Vorne

Die richtige Keilriemenlänge bestimmt man am besten mit einem zu langen Keilriemen, den man durchschneidet und um die Keilriemenscheiben legt. So kann die richtige Länge angezeichnet werden. Wenn der Keilriemen jetzt auf einem Tisch der Länge nach ausgebreitet wird, kann die gewünschte länge gemessen werden. Man sollte jedoch einige Passscheiben unter die Riemenscheibe legen, da die ermittelte Länge meistens nicht zu bekommen ist. Ein etwas zu kurzer Keilriemen kann durch entfernen einiger Passscheiben noch gespannt werden. Bei diesem Motor wurde eine Länge von 795mm bei einer Breite von 10mm ermittelt. Die nächst kleinere Größe ist ein 10x788 Keilriemen, der sich durch Entfernen von drei Passscheiben spannen ließ.

Wer ein abnehmbares Abschlussblech hat, kann den fertigen Motor auf ein Rollbrett stellen und den Motor einfach zum Getriebe rollen. Dabei dürfen die Ansaugkrümmer und die Vergaser nicht montiert sein. Wenn man die Höhe der Bohrungen für die Befestigungsschrauben an der Getriebeglocke gemessen hat, kann man passende Holzklötze zwischen Motor und Rollbrett legen, damit der Motor ohne großen Aufwand in das Getriebe geschoben werden kann. Lediglich die Verzahnung auf der Getriebewelle muss in die Kupplungsscheibe passen. Dazu wird der Motor wenige Grad über die Riemenscheibenbefestigung gedreht, bis die Verzahnung übereinstimmt. Nun lässt sich das Schwungrad komplett in die Getriebeglocke schieben und der Motor mit den vier Schrauben befestigen. Man kann auch den Motor ohne ein abnehmbares Abschlussblech einbauen. Das kostet aber wesentlich mehr Mühe. Das habe ich bis jetzt ein Mal machen müssen und ich hoffe es war auch das letzte Mal.

Motor wurde zur Getriebeglocke gerollt Motor wurde eingebaut

Wenn die Motorelektrik, die Ölleitungen, die Benzinleitung und der Gaszug angeschlossen ist, kann der Motor mit drei Liter Öl befüllt werden. Nun wird der Ölstand auf dem Peilstab markiert. Bevor der Motor nun angelassen werden kann, muss der Öldruck aufgebaut und die Zündung eingestellt werden. Die Zündung stellt man am besten mit einer Kontrolllampe ein. Der Motor wird auf 7,5° vor OT auf dem ersten Zylinder eingestellt und dann die Zündung eingeschaltet. Die Kontrolllampe wird auf Klemme 1 an der Zündspule geklemmt und mit der anderen Seite auf Masse gehalten. Leuchtet jetzt die Kontrolllampe, muss der Verteiler in Uhrzeigerrichtung gedreht werden, bis die Kontrolllampe erlischt. Nun wird der Verteiler gegen den Uhrzeiger gedreht bis die Lampe gerade wieder leuchtet. Der Verteiler muss jetzt fest justiert werden. Um den Öldruck aufzubauen, schraube ich die Zündkerzen raus, damit der Anlasser bei der hohen Verdichtung nicht zu warm wird und ziehe das Kabel an der Klemme 15 von der Zündspule ab, damit der Motor nicht anspringt. Das Kabel sollte mit einem Tesastreifen isoliert werden. Nun kann der Anlasser in mehreren kurzen Schüben georgelt werden, bis die Öldruck Kontrolllampe erlischt. Während dessen muss der Ölstand immer wieder kontrolliert werden, da sich das Öl in den Filter und in die Leitungen ausbreitet. Danach wird das Kabel an Klemme 15 wieder angeklemmt und die Zündkerzen eingeschraubt. Bevor der Motor jetzt angelassen wird, sollte die Literleistung der elektrischen Benzinpumpe überprüft werden. Ich fahre schon seit langem Mitsuba Benzinpumpen, die mich noch nie im Stich gelassen haben. Die Pierburg sind aber genauso gut. Zur Bestimmung der Literleistung wird die Benzinpumpe genau eine Minute lang angeschaltet und die Fördermenge gemessen. Die Mitsuba brachte eine Fördermenge von 1650 ccm. Das entspricht einer Förderleistung von 99 L/h und ist damit völlig ausreichend für diesen Motor.

Alle vier Leerlauf Gemisch Schrauben werden an den Vergasern komplett eingeschraubt und dann genau drei Umdrehungen wieder herausgeschraubt. Ich markiere die Schrauben immer mit einem schwarzen Filzstift, damit ich die drei Umdrehungen besser sehen kann. Nun werden die beiden Leerlauft Luft Schrauben gelöst, bis die Drosselklappen komplett geschlossen sind und wieder gegen geschraubt plus zusätzlich einer Umdrehung. Nun ist die Drosselklappe leicht geöffnet. Mit dieser Grundeinstellung springt der Motor sofort an, wenn alles richtig gemacht wurde.

 

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