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Aufbau eines 2,4 L Typ 4 Motor - Seite 6

Um die Größe der Weber Doppelvergaser-Anlagen festzulegen, kann man folgende Formel benutzen:

Vergaser1 D = Vergasergröße
Z = Hubraum eines Zylinders
  N = Maximaldrehzahl des Motors
  k = Faktor zwischen 0,8 und 0,9 (bei einem Vierzylinder)

Der Hubraum eines Zylinders beträgt bei diesem Motor 2366 cm³ Gesamtvolumen geteilt durch 4, da es 4 Zylinder sind. Also 2366 cm³ / 4 = 591,5 cm³ (Siehe Seite 1). Die Maximaldrehzahl soll 6000 1/min betragen. Daraus folgt:

Vergaser2 Vergaser3

Die Vergasergröße wurde anhand dieser Berechnungen mit 48 festgelegt.

Als nächstes können die Lufttrichter (Venturi) berechnet werden. Sie berechnen sich aus dem Produkt von 0,8 mit der Größe der Vergaser.

d = 0,8 * D = 0,8 * 48 = 38,4 d = Größe der Venturi
  D = Größe der Vergaser

Die optimale Größe wären 38er Venturi. Diese gibt es für 48er Weber nicht zu kaufen. Man kann sich die Venturi selber drehen oder auf die nächste größere Größe zurückgreifen. Das Wären dann 40er Venturi. Mit dieser Größe werden die 48er Weber auch ausgeliefert. Ich habe mich bei diesem Motor ebenfalls für die 40er Venturi entschieden.

Nun kann die Hauptdüse bestimmt werden. Sie errechnet sich aus dem Produkt der Venturi mit einem Faktor von 4 - 5.

GH = j * d = 4 * 40 = 160 GH = Größe der Hauptdüse
GH = j * d = 5 * 40 = 200 j = Faktor zwischen 4 und 5

Als Hauptdüse habe ich eine Größe von 165 gewählt. Standardmäßig sind die 48er Weber mit einer Größe von 150 bestückt.

Die Größe der Luftkorrektur-Düse liegt etwa 60 über der Hauptdüse.

GL = GH + 60 = 165 + 60 = 225 GL = Größe der Luftkorrektur-Düse
  GH Größe der Hauptdüse

In der Praxis kann dieser Wert nach Oben oder nach Unten abweichen. Wird eine kleinere Luftkorrektur-Düse gewählt, wird das Gemisch über den gesamten Drehzahlbereich fetter. Wählt man eine Größere Düse, magert das Gemisch über den gesamten Drehzahlbereich weiter ab. Grundsätzlich liegt die Größe der Luftkorrektur-Düse immer zwischen 180 und 210. Ich habe mich für eine 180er Düse entschieden, da der Motor vor dem Prüfstandlauf eher zu fett als zu mager laufen soll. Wird der Motor zu mager eingedüst, kann es sein, dass der Motor zu heiß wird und schon bei der ersten Autobahnfahrt kaputt geht.

Die Größe der Leerlaufdüse ist für die erste Bedüsung nicht so wichtig sie kann zwischen 50 und 60 liegen. Ich habe mich aus Erfahrungen für eine Düsengröße von 60 entschieden. Die genaue Größe wird später im Betrieb ermittelt.

Das Mischrohr kann so übernommen werden. Ich habe zwischen den unterschiedlichen Mischrohren kein Unterschied feststellen können. Das serienmäßige Mischrohr ist ein F11.

Bei der Montage des Gasgestänges ist darauf zu achten, dass es absolut leichtgängig ist. Die serienmäßigen Rückholfedern reichen vom Druck aus, wenn das Gestänge kugelgelagert und gleichmäßig eingestellt ist.

 
Montierte Weber Vergaser mit dem Drehgasgestänge von CSP   Einbau der Kupplung mit einem Spezialdorn

Die Kupplung wird mit einem Spezialdorn auf die Schwungscheibe gesetzt. Dieser Dorn wird in das Nadellager der Schwungscheibe gesetzt und sitzt mit seiner Verzahnung in der Kupplungsscheibe. Nun kann die Druckplatte mit hochfesten Schrauben (M8 10.9) mit 25 Nm über Kreuz angezogen werden. Das Schwungrad ist dabei gegen Verdrehung zu sichern. Wenn die Kurbelwelle mit dem Schwungrad und der Druckplatte gewuchtet wurde, muss die Einbaulage beachtet werden. Hier gekennzeichnet durch die rote Markierung.

Nachdem die Abgasanlage von der Firma Tafel geliefert wurde, kann diese nun verbaut werden. Sie besteht aus zwei Wärmetauscherersatzrohren, die in abgestimmten Längen gefertigt worden und einem Endtopf in Serienstyle Optik. Die Abgasanlage ist komplett in Edelstahl gefertigt worden. Damit die Wärmetauscherersatzrohre an die Zylinderköpfe passen, müssen diese vorher noch etwas zurechtgebogen werden. Bei dem Preis hätte ich mir das eigentlich passgenauer gewünscht. Auch die Muttern zur Befestigung ließen sich so nicht aufziehen. Dafür musste erst ein wenig Platz geschaffen werden.

Für die Kühlung habe ich mir ein gebrauchtes 5-Flügel Lüfterrad von einem frühen Porsche 911 besorgt. Diese Optik passt einfach besser zu meinem 58er Cabrio. Der Außenring des Lüfters wurde von Außen auf den Durchmesser 260mm gedreht, damit er perfekt in die Ausdrehung des Motors und in die Lüfterhaube passt. Anschließend wurde der Lüfterring für die Optik poliert und das Lüfterrad in Wargenfarbe lackiert.

Tafel Abgasanlage aus Edelstahl passte erst nach einigen Anpassungen Das Porsche Lüfterrad passt perfekt an seinen Platz

Da die einkürzbaren HD Gene Berg Chrom Moly Stößelstangen jetzt erst geliefert wurden, habe ich sie erst jetzt auf die ermittelte Länge gebracht. Wenn das ermittelte Maß kleiner ist als die Grenze der einkürzbaren Stößelstangen, müssen die Kipphebelböcke mit speziellen Passtücken unterlegt werden. Dann gibt es aber wieder das Problem, dass die Stiftschrauben der Kipphebelböcke zu kurz werden. Sie müssen also durch längere ersetzt werden. Dieses traf bei diesem Motor zu. Die Länge der Stößelstangen wurde mit den Unterlegscheiben der Kipphebelböcke neu ermittelt. Sie wurden auf das Maß 269mm für die Auslass- und 270mm für die Einlassventile bei einer Unterlegscheibe von 1,53mm festgelegt. Zur Montage der Stößelstangen nimmt man am besten zwei alte Stößel. Mit dessen Hilfe kann der Kopf in die Stößelstange mit einem Hammer getrieben werden. Ich verwende bei jedem getunten Motor die HD Gene Berg Stößelstangen, da ich mit allen anderen schlechte Erfahrung gesammelt habe, auch wenn diese für diesen Motor überdimensioniert sind. Da es keine längeren Typ4 Stiftschrauben gibt, habe ich die Kipphebelböcke und die Kipphebelwellen auf das Maß 8,2mm aufgebohrt, dass lange Typ1 Stiftschrauben verwendet werden können. Damit wird der Sitz der Kipphebelwellen auch fester, da die Befestigung von M7 auf M8 gewechselt wurde. Nach dem Zusammenbau kann nun das Ventilspiel von 0,15mm an allen Ventilen eingestellt werden. Wenn sich das gegenüberliegende Ventilpaar im OT ablöst, ist der richtige Zeitpunkt zum einstellen der Ventile gegeben. Die Ventildeckel werden mit einer Korkdichtung nach dem Einstellen mit der Spange festgeklemmt.

Die eingekürzte Stößelstange wird mit zwei alten Stößeln montiert Kipphebelwellen und Kipphebelböcke für die Aufnahme von M8 Stiftschrauben bearbeitet

 

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