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Aufbau eines 2,4 L Typ 4 Motor - Seite 2

 

 
Messen des Axialspiels   Komplette Kurbelwelle

Bevor die Kurbelwelle in die erste Gehäusehälfte gesetzt werden kann, müssen die Passstifte für die Lagerschalen und dann die Lagerschale für das zweite Lager in das Motorgehäuse gesetzt werden. Das kann einfach mit der Hand erfolgen. Die Lagerschale für das zweite Lager muss wieder eingeölt werden. Beim Einsetzen der Kurbelwelle ist darauf zu achten, dass die Bohrungen der Lager für die Passstifte richtig auf den Stiften sitzen. Die Lager dürfen sich nicht mehr drehen lassen und zwischen dem Gehäuse und den Lagern darf kein Spalt zu sehen sein.

Als nächstes wird das Nockenwellenrad auf die Nockenwelle geschraubt. Die Gewindebohrungen sind bei den US - Wellen asymmetrisch angeordnet. Da kann man eigentlich nichts verkehrt machen. Ich überprüfe jedoch jedes Mal die Lage der Nocken zu der Markierung auf dem Nockenwellenrad. Die Schrauben werden mit 25 Nm (gilt für Web-Cam und Pauter) angezogen. Später, nachdem ich das Axialspiel der Nockenwelle gemessen habe und das stimmt, baue ich die Nockenwelle noch mal aus und setze Körnungen zwischen dem Gewinde der Schrauben und dem Nockenwellenrad. Das sichert die Schrauben noch mal gegen selbstständiges lösen. Nun werden die Nockenwellenlager in das erste Motorgehäuse eingesetzt und mit Öl benetzt. Als nächstes drehe ich mir die Kurbelwelle so hin, dass die Markierungen auf dem Kurbelwellenrad nach oben zeigen. Die Markierung auf dem Nockenwellenrad muss genau zwischen den beiden Markierungen des Kurbelwellenrades liegen. Sitzt die Verzahnung genau wie eben beschrieben, wird die Nockenwelle in der Verzahnung heruntergedreht, bis sie in den Lagern sitzt. Das Zahnflankenspiel zwischen Nockenwellen- und Kurbelwellenrad beträgt 0,00 - 0,05 mm. Das Nockenwellenrad hat die richtige Größe, wenn das Spiel spürbar ist und wenn sich die Nockenwelle beim rückwärts drehen der Kurbelwelle nicht abhebt. Nun muss das Axialspiel der Nockenwelle gemessen werden. Es darf maximal 0,16 mmbetragen. Dazu benötigt man eine Messuhr. Die Nockenwelle wird in Richtung Schwungrad gedrückt, die Messuhr auf die Stirnfläche des Nockenwellenrad aufgesetzt und die Nockenwelle wird zur Riemenscheibe gezogen. Der axiale Versatz kann auf der Uhr abgelesen werden.

 
Web-Cam Nockenwelle mit montiertem Nockenwellenrad   Einbaulage Nockenwelle zur Kurbelwelle (Markierungen auf den Zahnrädern)
 
Kurbelwelle und Nockenwelle sind montiert   Axialspiel der Nockenwelle bestimmen

Als nächstes baue ich die Ölpumpe provisorisch ein. Damit diese auch zur Nockenwelle passt. Es kann vorkommen, das die Aufnahme in der Nockenwelle nicht zu der Welle der Ölpumpe passt. Stimmt das Axialspiel und passt die Ölpumpe, baue ich die Nockenwelle noch mal aus und setze die Körnungen zur Sicherung der Nockenwellenschrauben. Die Nocken der Nockenwelle werden dann mit der mitgelieferten Einschleifpaste bestrichen. Dabei ist darauf zu achten, das nichts an die Lagerstellen gelangt. Nun wird die Nockenwelle nach dem selben Muster wieder eingebaut. Dem Gehäuse fehlt jetzt noch der Ölansaugstutzen. Dieser bekommt eine neue Dichtung am Ende des Rohrs, die leicht eingeölt wird. Der Ölansaugstutzen wird dann in die Bohrung geschoben. Verschraubt wir der Stutzen dann mit den Gehäuseschrauben.

Im nächsten Schritt werden die Gehäusehälften zusammengefügt. Dazu müssen in der zweiten Gehäusehälfte die Lagerschalen für die Nockenwelle und die Lagerschale für das zweite Kurbelwellenlager eingesetzt werden. Die Gehäusestehbolzen werden von unten bis zum Anschlag in die erste Gehäusehälfte gesteckt und mit den Dichtungen festgeklemmt. Die Dichtungen presse ich so weit es geht in die Bohrungen hinein. Die Unterlegscheibe und die Stehbolzen setze ich immer mit Dichtungsmittel ein, damit dort keine Leckage entstehen kann. Nun muss der Nockenwellendeckel mit Dichtungsmittel eingesetzt werden. Ebenfalls bekommt das Gehäuse eine dünne Wurst mit Dichtungsmittel (Siehe Bild). Als Dichtungsmittel benutze ich Hylomar. Die Passbuchsen neben dem 2. Hauptlager werden mit Kupferpaste eingestrichen, damit sich die Gehäusehälften bei Bedarf wieder lösen lassen. Die Pleuel müssen aufgerichtet und die zweite Gehäusehälfte von oben aufgesetzt werden. Es darf kein Spalt zwischen den Gehäusehälften entstehen. Lässt sich der Kurbeltrieb noch leicht bewegen, können die sechs Stehbolzen verschraubt werden. Ich setze diese Muttern ebenfalls mit Dichtungsmittel ein. Verschraubt werden zuerst die beiden mittleren Stehbolzen durch die Passbuchsen und dann die anderen vier über Kreuz jeweils mit 35 Nm. Danach müssen die anderen M8er Gehäuseschrauben verschraubt werden. Diese schraube ich ebenfalls mit Dichtungsmittel ein bei einem Drehmoment von 20 Nm. Die kompletten Gehäuseschrauben ziehe ich nach ca. 30 min noch mal nach, falls sich noch was gesetzt hat. Der Kurbeltrieb muss sich leicht von Hand drehen lassen. Sollte dieses nicht der Fall sein, wurde bei der Montage was falsch gemacht.

 
Test der Ölpumpe auf Passgenauhigkeit mit der Nockenwelle   Gehäuse mit dem Dichtungsmittel vor der Hochzeit

Jetzt muss das Axialspiel der Kurbelwelle eingestellt werden. Dazu werden nur zwei Passscheiben um den Kurbelwellenzapfen an der Schwungradseite gelegt und das Schwungrad ohne Dichtringe verschraubt. Damit der Kurbeltrieb beim Verschrauben nicht mitdreht, mus das Schwungrad mit einem speziellen Werkzeug am Gehäuse festgesetzt werden (Siehe Bild). Dann können die Schrauben für das Schwungrad mit 110 Nm angezogen werden. Ähnlich wie bei der Nockenwelle kann nun das Axialspiel der Kurbelwelle ermittelt werden. Dazu muss der Kurbeltrieb axial zu einer Seite Verschoben werden, die Messuhr auf Null gesetzt und der Kurbeltrieb zur anderen Seite ausgelenkt werden. Das Axialspiel kann nun auf der Messuhr abgelesen werden. Als nächstes muss die Dicke der dritten Passscheibe bestimmt werden. Die Dicke berechnet sich aus dem gemessenen Axialspie - 0,10 mm. Die 0,10 mm sind das mittlere Axialspiel. Nun wird das Schwungrad wieder ausgebaut und die dritte Passscheibe eingesetzt. Jetzt wird auch der O-Ring und das Nadellager in das Schwungrad und der Distanzring und der Wellendichtring vorsichtig in das Gehäuse eingesetzt, dabei wird die Dichtkante des O-Rings und die des Wellendichtrings mit Öl benetzt. Das Nadellager muss mit ca. 0,2 cm³ Mehrzweckfett geschmiert werden. Für den Einbau des Wellendichtrings benötigt man eine Scheibe die geringfügig im Durchmesser kleiner ist als der Wellendichtring. Mit dieser Scheibe kann vorsichtig durch über Kreuz versetzte Schläge mit einem Kunstoffhammer der Wellendichtring eingeschlagen oder besser mit einem Aufzieher reingedrückt werden. Schlägt man den Dichtring direkt mit einen Hammer ein, geht er zu 100% kaputt. Wenn nun das Schwungrad mit der Unterlegscheibe für die Schrauben wieder verschraubt wird, muss das Axialspiel erneut gemessen werden. Es muss jetzt zwischen 0,07 und 0,13 mm liegen. Die Verschleißgrenze liegt bei 0,15 mm. Nichtgeübte empfehle ich das Axialspiel mit den drei Passscheiben ohne den Wellendichring vorab nochmal zu messen, damit nicht so viele Dichtringe benötigt werden :-). Zum Schluss wird der Filzring mit Öl benetzt und in das Schwungrad eingesetzt. Überschüssiges Öl muss vom Schwungrad entfernt werden.

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